Rotatorenmanschettenrekonstruktion

Ein Defekt der Rotatorenmanschette ist die Domäne der operativen Behandlung.
Im Wesentlichen gibt es lediglich zwei Indikationen für die konservative Behandlung von Rotatorenmanschettenläsionen:

  • Teilriss der Rotatorenmanschette ohne relevantes Engpasssyndrom
  • Vollständiger Riss der Rotatorenmanschette beim älteren Menschen, welcher vollständig biomechanisch kompensiert.

Dies bedeutet, dass die Funktion der Schulter praktisch unbeeinträchtigt ist und dass der Patient keine wesentlichen Schmerzen hat.

In den übrigen Fällen ist eine operative Therapie dringend anzuraten. Ziel der Operation ist, die Rotatorenmanschette durch direkte Naht oder mittels Nahtankern wieder am Oberarmkopf zu fixieren. In nahezu allen Fällen wird hierbei eine zusätzliche Erweiterung des subakromialen Sehnenkanals wie bei einem Engpass-Syndrom vorgenommen. Der Eingriff wird arthroskopisch, also im Rahmen einer Schultergelenkspiegelung, durchgeführt, oder in seltenen Fällen wird ein Teil der Operation offen über einen Schnitt durchgeführt.

Nach der Operation muss die betroffene Schulter für vier bis sechs Wochen in einem abnehmbaren Verband (Gilchrist-Verband) ruhiggestellt werden.
Aus dem Verband heraus erfolgen schon rasch nach der Operation regelmäßige krankengymnastische Übungsbehandlungen, um einer Einsteifung der Schulter entgegenzuwirken. Die Bewegungsausmaße werden dabei zum Schutz der Sehne zunächst begrenzt. Die Rückkehr zur Arbeit ist meist nach sechs bis acht Wochen möglich. Bei Überkopfarbeit muss mit einer deutlich längeren Zeit gerechnet werden. Der Zeitpunkt der Wiederaufnahme sportlicher Aktivitäten sollte von der sportartspezifischen Schulterbelastung abhängig gemacht werden.